Bettinas Internet-Galerie

Scherenschnitte

Bergische Landschaft

"Bergische Landschaft", 1996, 20 cm x 30 cm

Der erste Scherenschnitt ist ein Stimmungsbild aus dem östlich von Köln gelegenen Bergischen Land, einem Mittelgebirge mit Wäldern, Feldern und Wiesen. Wie in die Landschaft hineingestreut wirken Dörfer und Gehöfte. An vielen Stellen trifft man auch auf kleine Industrieanlagen und, als Zeugen früheren Bergbaus, auf verlassene Schachtanlagen. Das Werk entstand 1996 als erster Eindruck nach dem Wechsel des Wohn- und Schaffensortes ins Bergische Land.


"Bahnhof von Markdorf", 1993, 20 cm x 30 cm

Das nächste Beispiel zeigt den Bahnhof von Markdorf, einer kleinen Stadt in der Nähe des Bodensees. Das Bahnhofsgebäude ist ein altes Bauwerk aus der Zeit der Entstehung der schwäbischen Eisenbahn. Früher einmal idyllisch am Rand des Städtchens gelegen ist er inzwischen durch die ins Land gebauten Wohnsiedlungen umgeben. Dennoch ist ihm die Romantik des angehenden Eisenbahnzeitalters noch anzumerken.

Bahnhof Markdorf

Gueterbahnhof Friedrichshafen

"Güterbahnhof Friedrichshafen", 1993, 20 cm x 30 cm

Friedrichshafen ist die größte Stadt am Bodensee und stärker von der Industrie geprägt als die Ferienorte dort. In seinem Güterbahnhof spiegelt sich dies wider. Hier werden nicht hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte, sondern Industriegüter umgeschlagen.


"Sellagruppe", 1996, 20 cm x 30 cm

Die Sellagruppe ist ein gewaltiges Felsenmassiv in den italienischen Dolomiten Südtirols. Es erhebt sich bis über 3000 m. In seinen Höhen findet sich keine nennenswerte Vegetation mehr, es ist eine reine Fels- und Eiswüste. Schroffe Felsformationen ergeben harte Linien und Kontraste, besonders wenn die gleißende Sommersonne die Felsen und Schneefelder zum Leuchten bringt.

Sellagruppe

Flandrische Landschaft

"Flandrische Landschaft", 1990, 20 cm x 30 cm

Im Gegensatz dazu steht die flache flandrische Landschaft Belgiens. Geprägt vom Wasser der Kanäle und den daran wachsenden Baumreihen wirkt sie lieblicher. Die im Scherenschnitt dargestellten Kontraste spielen sich zwischen Himmel und Erde ab: die Bäume heben sich vom Licht des Firmaments ab. Leicht zur Seite geneigt trotzen sie dem kräftigen Westwind, der die Wolken über den Himmel jagt.





Zu den Scherenschnitten

Durch eine Freundin wurde ich bereits in der Schulzeit zu dieser Ausdrucksform angeregt. Es bedurfte keines Aufwands: schwarzes gummiertes Papier, ein weißes Blatt und eine feine Schere, am besten eine Hautschere. Und einen Bleistift, um auf der Rückseite des schwarzen Papiers das Motiv vorher zu skizzieren. Meine ersten Motive waren die klassischen Themen: Faltschnitte von Pflanzen. Dies wurde mir bald zu langweilig, da die strenge Symmetrie sehr starr wirkt und sich die Arbeiten sehr ähnelten. Also gab ich bald die Symmetrie auf und erweiterte meine Themen auf Landschaften. Meine Vorliebe gilt organischen Formen mit ge- und verschlungenen Linien, wie man sie im Unterholz findet.

So entwickelte ich nach und nach eine freiere Formsprache; bei Blumenmotiven bietet es sich an, die Blumen vor weißem Hintergrund schwarz stehen zu lassen. Will man aber ein Landschaftsbild darstellen, so steht die Überlegung an: was schneide ich weg und was lasse ich schwarz stehen? In den frühen Arbeiten habe ich viel weggeschnitten, während ich später auch gerne viel Schwarz stehen ließ. Eine besondere Herausforderung dieser Technik ist, daß man spiegelverkehrt arbeitet und laufend umdenkt, dabei auch manchmal von dem Effekt überrascht wird. Es ist eine minimalistische Technik; es gibt nur schwarz und weiß, nur Form und Kontur, mit klaren Linien gegeneinander abgegrenzt. Das macht für mich den besonderen Reiz dieser Technik aus; sie zwingt einen zu klaren Entscheidungen. Ich benutze sie gerne, um mich nach meinen Arbeiten mit Acryl zu besinnen und wieder zur Ruhe zu kommen, um so anschließend mit meinen Farben wieder neu anfangen zu können.



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Künstlerin:
Bettina Strauss
Tobringen 4
D-29494 Trebel
Germany
E-Mail: bettina@bettina-strauss.de

Last Updated: 03.04.2012